Angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch Klimawandel, Biodiversitätsverlust und gesellschaftlichen Wandel hat IFLA Europe ein neues Booklet zu EU-Politik und der Rolle der Landschaftsarchitektur veröffentlicht. Die Publikation beleuchtet, wie europäische Gesetzgebung, Strategien und Initiativen mit der Profession der Landschaftsarchitektur im 21. Jahrhundert verknüpft sind – und welchen zentralen Beitrag Landschaftsarchitekt*innen für eine klimaresiliente und nachhaltige Entwicklung Europas leisten können.

Das Booklet macht deutlich, dass Landschaftsarchitektur eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung zentraler europäischer Herausforderungen einnimmt. Dazu zählen insbesondere:

– der Verlust von Biodiversität und die Degradierung von Lebensräumen
– Gesundheitskrisen und ein zunehmender Rückgang des gesellschaftlichen Wohlbefindens
– Nutzungskonflikte um Land und Ressourcen
– die Aufgabe traditioneller Kulturlandschaften
– die Intensivierung von Landwirtschaft und Urbanisierung

Diese Themen stehen in engem Zusammenhang mit zentralen europäischen Initiativen wie dem European Green Deal und dem New European Bauhaus, die auf ein ökologischeres, gerechteres und lebenswerteres Europa abzielen. Ein zentrales Fundament der Publikation bildet die European Landscape Convention. Sie definiert Landschaftsarchitektur als Disziplin, die ästhetische, ökologische und wissenschaftliche Prinzipien in Analyse, Entwurf, Planung und Management von Landschaften vereint – in städtischen wie ländlichen Räumen. Zugleich unterstreicht sie die Bedeutung von Landschaftspolitik als Ausdruck einer verantwortungsvollen, langfristigen und nachhaltigen räumlichen Steuerung und politischen Gestaltung von Landschaften. Landschaftsarchitekt:innen übernehmen dabei eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Visionen, Strategien und politischen Leitlinien für die räumliche Entwicklung Europas.

Fehlende Einbindung in politische Prozesse

Trotz dieser klaren fachlichen Verortung weist das Booklet auf eine anhaltende Herausforderung hin: Landschaftsarchitekt:innen sind auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene nach wie vor zu wenig in politische Entscheidungs-, Planungs- und Steuerungsprozesse eingebunden. Diese begrenzte Beteiligung führt zu verpassten Chancen für integrierte, ganzheitliche Lösungsansätze an der Schnittstelle von Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Im Kern versteht sich die Publikation als klares Positionspapier: Sie zeigt auf, welchen Beitrag Landschaftsarchitektur zur Umsetzung europäischer Ziele leisten kann – und fordert eine stärkere Verankerung von Landschaft in EU-Gesetzgebung, Strategien und Programmen.

IFLA Europe plädiert damit für die Anerkennung der Landschaftsarchitektur als verbindende, zukunftsorientierte Disziplin, die ökologische, kulturelle und soziale Dimensionen zusammenführt und einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen europäischen Zukunft leistet.

Booklet hier herunterladen

(c) Titelbild: IFLA Europe